Als ich heute morgen die Augen aufgemacht habe, wusste ich dass es ein Papa-Tag ist. Weil wir gestern bei Oma Frieda waren und Mama dort geblieben ist. Wieso weis ich nicht so genau.
Papa-Tage gibt's nicht viele im Jahr, sie sind aber immer sehr schön.
Weil ich bei Papa auch meine rosanen Turnschuhe anziehen darf obwohl es regnet. Weil ich dann im Supermarkt in dem Einkaufswagen sitzen darf. Weil Papa zum Frühstück Spiegeleier, mit Schinken und Brötchen macht, mit Mama esse ich immer mein Müsli und trinke unseren Lieblingstee, Papa macht mir heiße Schokolade und manchmal sogar mit Sahne.
Aber Papa kann mir die Haare nicht flechten und ich muss eine Mütze tragen.
Als ich heute morgen die Augen aufgemacht habe, war alles still. Wenn Mama da ist, kann ich sie immer hören. Papa schläft immer länger als ich.
Ich stehe auf und sehe die Tauben, draußen. Ich male für Papa ein Bild und für Mama ein Bild, ich weis aber nicht wieso ich nicht eins für beide male.
Mir wird schnell langweilig und ich schaue mal bei Papa vorbei.
Im Schlafzimmer ist alles hell und ganz kalt. Der Boden ist sogar ein bisschen feucht und es kommt mir vor als wäre alles aus Eis. Papa schläft immer mit offenem Fenster.
Ich krieche unter die Bettdecke und kitzele seine Füße, er grummelt. Das macht er immer.
Und dann machen wir das, was wir immer tun, wie spielen unser Spiel. Ich sage eine Farbe, dann müssen wir Dinge sagen die diese Farbe haben oder etwas damit zu tun haben. Das ist mit Papa immer sehr lustig, mit Mama nicht.
Wenn es Papa-Tag ist, muss ich nie in Kindergarten, deswegen hätte Malte auch gerne Papa-Tage.
Papa steht auf und tanzt in der Küche, er singt und kocht und lacht.
Dann gehen wir spazieren und meine Füße werden kalt weil ich nicht die richtigen Schuhe anhabe. Papa trägt mich udn wir setzen uns in ein Kafé. Papa malt mir Comics auf die Serviette und erzählt mir Geschichten. Papas Geschichten sind besser als die in meinen Kinderbüchern.
Ich vermisse Mama und werde müde, weil wir so viel gelaufen sind.
Papa hat eine Idee und ist sehr glücklich über seine Idee und er freut sich, denn er will Mama Blumen kaufen.
Er kauft aber Blumen die Mama nicht gefallen werden und stellt sie auch noch in die falsche Vase. Ich sage aber nichts, weil er doch so glücklich aussieht.
Abends kommt Mama nach Hause, sie ist ganz leise aber ich höre sie trotzdem. Sie sagt die Blumen sind hässlich und Papa sieht plötzlich ganz klein und traurig aus.
Fast vergesse ich dass der Tag so schön war und dass sie sich lieb haben.
Mama kommt in mein Zimmer, sie riecht nicht so wie sonst.